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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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VIII.

Der Todte zu Noß.

Wehe dem, den Amor zum Spielwerke seiner Lau-nen wählt! Sein Schicksal gleicht den Leiden eines ar-men Vogels, der in die Gewalt eines unartigen Kindesgerieth. Es liebkoset ilni anfangs; aber bald rupft esihm Federn ans, bindet ihn an einen Fade», stutzt ihmdie Flügel und quält ihn zu Tode.

Folgende Geschichte wird dieses Gleichniß erläutern.

Der Herzog Roderigo von Girona, der vor undenkli-chen Jahren in Spanien lebte, ward allgemein wegenseines Neichlhums und seiner übrigen angenehmen Ver-hästniffe für eine» der glücklichsten Menschen gehalten.Man beneidete ihm besonders seine junge, schöne Ge-mahlin, die Krone der Frauen von Madrid. Doch ver-gebens baute ihm das Geschick einen Himmel auf Er-den. Er verirrte sich in die Hölle der Eifersucht undlitt Pein in ihren Giuthen.

Allerdings hatte die reizende Frau viel geheime Ver-ehrer; aber sie schmachteten nur in der Ferne, weil derfeurige Herzog die Ehre seines Hauses mit flammen-