In der frühesten Morgenstunde, in welcher sich mitAnstand ei» Damcnbestich ablegen ließ, flog er wiederins Haus der Frau von Riedau, um den Nachtschwär-merinnen, die er jetzt unfehldar zu treffen dachte, einescharfe Sittenpredigt zu halten. Aber er läutete einehalbe Stunde lang mit der Thllrglocke seine letzte Hoff-nung zu Grabe. Wie zermalmt schlich er mit wanken-den Kniecn in den Gasthof zurück und sandte zu Käuzeneinen Schnellbvten mit dem Befehl: entweder sogleichselbst zu kommen oder Cagliostro's Wohnung anzuzei-gen. Der Bote brachte nach langem Ausbleiben disHiobspost: Kauz sey nicht zu Hause und sey auch nir-gends zu finden. Halb wahnsinnig ließ der Baron denGasthalter rufen und entdeckte ihm die ganze Geschickte.„Ich bedaure Sie, Herr Baron!" sagte Dieser: „Siesind allem Ansehen nach einer Bande von Gaunern indie Hände gefallen. So viel ist wenigstens gewiß, baßsich der berüchtigte Cagliostro hier nicht aufhält und niehier gewesen ist. Der Mensch, der sich dafür ausgab,war ein doppelter Betrüger, und sein Astarvt wahr-scheinlich das Geschöpf eines Hohlspiegels oder einerZauberlaterne." —
„Aber, ich bitte Sie," — fiel der Baron ein — „dieStimme, die Helle, deutliche Geisterstimme, die ich indieser Stube, wo ich und Kauz allein waren, horte: wieerklären Sie mir die?" —
„Sehr leicht, Herr Baron!" sagte der Wirth. „Kauzist, wie ich genau weiß, ein fertiger Bauchredner, derin Astarots Name» sprechen konnte, ohne daß Sie diegeringste Bewegung seines Mundes bemerkten. — Derränkevolle Bube war unstreitig des SchelmenbundesStifter und Haupt, und hat sogleich, als er gestern früh