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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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um das ihm versprochene Capital sogleich an der Quellein seinen Beutel zu schöpfen.

Sie kommen zu früh," sagte der Baron.Es stehtdamit noch in weitem Felde."

Hm! hm! So, so!" brummte Herr von Waidling,indem er einige Fläschchen mit wohlriechenden Wassern,die ihm ins Auge sielen, öffnete und beroch.Sehtdoch, seht!" sprach er höhnisch.Ich dachl's wohl, daßich dergleichen süßen Kram hier antreffe» würde!"

Wie meinen Sie das?" fragte der Baron betroffen.Stellt Euch doch nicht so fremd!" versetzte der 8«nd-junker.Ich war gestern in der Komödie und sah Euchmit einem schönen Frauenzimmerchen liebäugeln. Aberich rath' Euch als Freund: nehmt Euch in Acht! Mansprach im Parterre von Eurer Dulcinca bedenklich. Manhält sie für eine Abenteurerin."

Der Baron lachte laut auf und sagte mit Verachtung:Lieber Herr von Waidling, man muß nicht alles glau-ben, was Narren und Maulaffen reden. Ich ersuchteSie auch schon mehrmals, mir keinen guten Rath auf-zudringen. Ich bin immer selbst klug genug. Weiß vonSchwarz zu unterscheiden; und im gegenwärtigen Falleist mein eigener Verstand nicht der einzige Stab, aufden ich mich stütze. Mir gab ein ehrwürdiger, weiserMann, gegen den wir beide nur Dümmlinge sind, Ver-sicherung und Bürgschaft, daß die junge Dame, in de-ren Gesellschaft ich mich gestern im Theater befand, einePerle ihres Geschlechts sey."

Mit dieser Abfertigung war der Landjunker sehr un-zufrieden, weil er nun schon im Geiste die ganze Erb-schaft mit dem feinen Liebchen vertändeln und zur Aus-zahlung des versprochenen Darlehns nichts übrig blei-