-O-D 129
der vor neun Monaten ans dem Schlachtfelde starb.Der brave Mann erwarb sich aber durch seinen Helden-tod wenig Dank; denn der Sohn des Fürsten, dem ersein Leben geopfert hatte, verfolgte kurz nachher diesanfte, tugendhafte Antonie mit wollüstigen und so ge-fährliche» Nachstellungen, daß sie, begleitet von ihrertrefflichen Mutter, aus ihrem Vaterlande flüchten mußte."
„So kämpfen sie wohl hier unter einem fremden Him-mel mit dem Elend des Mangels?" —
„Nein, sie sind reich und haben ihr Vermögen ge-rettet." —
„Für jetzt wissen wir genug, treuer Astarot! — Ver-schwinde!" —
Der Kobold verschwand; die Lichter entzündeten sichwie von selbst; der Baron athmete freier.
„Seyd Ihr mit Astarots Berichte zufrieden?" fragteCagliostro.
„Ich bin darüber entzückt!" antwortete der Baron:„Aber-"
„Ich verstehe dieses Aber," fiel der Graf ein. „Ihrtrauert, weil Anlonie Euch flicht; Ihr wünscht, daß ichmeine Macht, die Herzen der Menschen zu lenke», fürEuch anwende."
„Ach, wenn es möglich wäre," seufzte der zärtlicheSchäfer.
„Kleingläubiger, mir ist nichts unmöglich! — LaßtEuch nach neunmal neun Stunden bei der Frau vonRiedau anmelden; Ihr werdet Zutritt erhalte». — Docherwartet nicht, daß Euch die sittsame Antonie sogleichals ihre» Auserwählten behandle. Die Zeit bringt erstRosen. — Kommt heute über acht Tage gegen Mitter-nacht wieder zu mir. Ich werde Euch dann sagen, was
Laugbcin'S sämmtl. Schr. XV. Vd. 9