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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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Kauz versprach, sein Möglichstes zu thun, und eiltefort. Er blieb einige Stunden aus, kam mit einemfrohen Gesichte zurück und meldete: Cagliostro habe sichdurch anhaltendes Bitten bewegen lassen, Sr. Excellenzauf den Abend »m zehn Uhr eine Audienz zu bewilligen.

Der Baron freute sich und zitterte zugleich, mit demGrasen zu sprechen. Er wollte sein Anliegen zu Pa-pier bringen und de» Aufsatz auswendig lernen; aberder Lakai versicherte ihn: er habe diese Vorbereitungennicht nökhig, indem Cagliostro ein Herzenskündiger sey,und alles schon wisse, was man ihm sagen wolle.

Gegen zehn Uhr führte Kauz seinen Gebieter nachder gräflichen Wohnung. Sie war so weit entfernt,daß sie länger als eine halbe Stunde unter Weges zu-brachien. Ein seltsames, in ein langes weißes Gewandgehülltes, gespcnsierhaftes Wesen empfing sie an derThür eines unbedeutenden Hauses und öffnete ihnenim untersten Stockwerk ein Zimmer. Da saß hintereinem Tische, der mit verschiedenen, von einer Sphinxbewachten Zanbergeräthen bewacht war, ein alter, sil-bervärtiger Mann. Ihn umfloß ein weiter schwarzerTalar, und auf dem Haupte trug er eine ellenhohe, py-ramidenförmige rothe Mütze. Bebend beugte sich derBaron vor der erhabenen Gestalt, die sich so wenig alsein Felsen bewegte. Als er aber eine stammelnde An-rede begann, sagte sie mit einem hohlen, langsamenTone:Spart Eure Worte! Ihr steht vor Cagliostro,den seine Geister bereits von Eurer Angelegenheit un-terrichtet haben. Doch Ihr seyd nicht allem. WolltIhr, daß Euer Begleiter ein Zeuge unserer Unterredungsey?"