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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
126
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ins Zimmer trat oder vielmehr sprang.Es befindetsich jetzt in unser» Mauern ein großer, weltberühmter,schon seit einige» Jahrhunderten auf Erden wandelnderMeister, der die geheimsten Dinge weiß, die Neigungender Menschen nach seinem Gefallen lenkt und sogar Ju-gend und Schönheit mittheilen kann."

Ah! das ist ein Mann für mich!" sagte der Baron.Wie heißt dieser Halbgott?"

Cagliostro."

Cagliostro? Graf Cagliostro?" rief der Frei-herr, und stürmte vor freudigem Schrecken beinahe vomStuhle.Jst's möglich? ist dieser Wundermann hier? Und Er Träumer sagte mir das nicht früher!"Ich erfuhr es eben erst jetzt," antwortete Kauz.Crreiset incognito durch, hält sich nur wenige Tage hierauf und gibt Niemanden Gehör. Doch vielleicht machter, in Rücksicht meiner Wenigkeit, mit Cw. Excellenzeine Ausnahme; denn ich hatte vor mehrcrn Jahrendas Glück, ihn einen Monat lang zu bedienen und mirdurch Gewandtheit und Treue seine Gnade zu erwerben."

Es fehlte nicht viel, so hätte der Baron seinen Be-dienten umarmt.Lieber, bester Kauz," bat er,führ'Er mich bei dem wunderthäiigen Grafen ein! Ich willIhn fürstlich dafür belohnen."

Wer Cagliostro war, das mögen sich junge Leser vonaltern Freunden erklären lassen. Jetzt ist er freilich bei-nahe vergessen; aber damals vor einigen zwanzigJahren sprach ganz Europa von ihm, und es war alsoganz natürlich, daß unser Baron in seiner Lage und beiseinem Wunderglauben vor Begierde brannte, dem mäch-tigen Groß-Cophta (unter welchem Namen ihn Goetheverewigt hat) vorgestellt zu werden.