-öS 128 O-o-
Fräulein durch sympathetische Mittel und Zauberei gün-stig zu machen. Aber, wird man fragen, was sagteseine Klugheit dazu? — Sie sagte nichts und konntenichts sagen, weil sie ein nichtiges Lustspiel war, dasihm seine Frau Mama in den Kopf gesetzt hatte. Dennda er kein schönes Kind war, so gab sie ihn zum Er-satz für ein kluges Kind aus, rühmte ihn als ein sol-ches vor allen Leuten, und that das so oft in seinerGegenwart, daß es ihm von Jugend aus zur Gewohn-heit wurde, sich weise zu dünken und mit dieser Einbil-dung zu prahlen. Jetzt aber sah er sich von seiner Weis-heit verlassen; und weil er sich für ungemein klug hieltund sich dennoch nicht zu helfen wußte, so schien es ihmüberhaupt nicht möglich, daß ihm ein glücklicher Aus-weg, den er selbst vergebens suchte, von eitlem anderngewöhnlichen Menschen gezeigt werden könnte. Erwünschte daher, eine in übernatürliche» Künsten bewan-derte Person zu erforsche» und sich von ihr mit Rathund That an die Hand gehen zu lassen.
Kauz, dem er dieses Verlangen entdeckte, zuckte dieAchseln. „Es gibt hier wohl," sprach er, „verschiedenealte Mütterchen, die aus Karten und Kaffeeschalen wahr-sagen, und mitunter auch von recht angesehenen Leutenals Orakel verehrt und befragt werden; aber Ew. Ex-cellenz würden sich fruchtlos herabwürdigcn, wenn Siezu solchen unwissenden Sibyllen ihre Zuflucht nehmenwollten."
Mit dieser kalten und vernünftigen Antwort verließer eines Abends seinen unzufriedenen Herr» ; doch amfolgenden Tage pfiff er aus einem andern Tone. „Ichhabe Ew. Excellenz eine höchst wichtige und angenehmeNachricht zu bringen," sprach er, indem er am Morgen