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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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sinden; doch diese war leer, und blieb um eine Ewig-keit von Liebesschmerzen mit drei Worten auszusprechcn blieb acht Abende leer.

Der arme, verlassene Ritter fehlte nie. Aber gräm-lich wie Minervcns Vogel saß er da, stützte den Armunter den Kopf und kehrte, wenn ein Lustspiel gegebenward, der Bühne den Rücken. Dagegen nahm er anTrauerspielen, deren Gegenstand unglückliche Liebe war,den innigsten Antheil, und feuchtete bei rührenden Auf-tritten sein Taschentuch mit unaufhaltsamen Thräncn.Zu Hause war er ein unerträglicher Murrkopf. EineFliege an der Wand hinderte ihn. Zum Glück empfandseine böse» Launen nur der gleißnerische Lohnbediente,der einzige Mensch, mit dem er sprach. Er wollte sichdurchaus nicht zerstreuen; er wollte nur immer und im-mer an das ungebetene Fräulein denken.

Und wie Noah aus seinem schwimmenden Kasten eineTaube fliegen ließ, um zu erfahren, ob das Gewässerder Sündfluth gefallen sey, so sandte der Baron täglichaus seines Zimmers einsamer Arche seine» Kauz ab,um den Wasserstand des Kaltsinns im Hause der Ge-liebten zu untersuchen; doch sein Kundschafter kam niewie Noah's Taube mit dem Oelblakte einer guten Nach-richt zurück. Frau und Fräulein von Riedau befandensich zwar einen Tag wie den andern sehr wohl; alleinsie hatten nach vertraulicher Aussage der Kammerjung-fer gewisse geheime Ursachen, das Schauspielhaus zumeiden.

Es war offenbar, daß man ihm auswich. Da geriethder Sohn einer abergläubigen Mutter, die ihn einst imgeheitzte» Backofen zu verjüngen hoffte, auf den selt-samen, seiner Erziehung angemessenen Einfall, sich das