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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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ten als Fremde hier auf, gehen täglich ins Schauspielund befinden sich immer in derselben, von ihnen gemie-kheten Loge."

Kann man Logen auf eine gewisse Zeit in Beschlagnehmen?" fragte der Baron hastig.

Kauz bejahte.

Nun, so geh' Er geschwind und mieth' Ec für michauf einen Monat diese Loge. Sie ist mir zur Ansichtdes Schauspiels vor allen andern bequem."

Der dienstbare Schalk lächelte seitwärts. Er wußtebesser, wozu die Loge bequem war. Indessen riß derBaron die Börse aus der Tasche, zahlte den Preis,drängte den Bedienten fort und sagte:Mach' Er schnell !Laß er mir die Loge ja nicht entgehen! Sonst sind wirgeschiedene Leute."

Die Loge war zu haben und ward gemiethet. Derglückliche Inhaber legte den Versicherungsschein mit freu-diger Vorsicht in seine Brieftasche, und machte sich selbstein Compliment über den klugen Einfall, den er gehabthatte.

Gegen das Ende des Schauspiels faßte er, nach einemlange» Kampfe mit seiner ländlichen Schüchternheit, denkühnen Entschluß, die Damen an ihren Wagen zu füh-ren und sie zu benachrichtigen, daß er künftig immerdie Ehre haben werde, ihr getreuer Nachbar zu seyn.Doch, indem er noch über die dabei zu beobachtendeFörmlichkeit mit sich berathschlagte, standen sie schonauf und verließen die Loge. Er, dieses voreiligen Auf-bruchs nicht gewärtig, konnte vor Bestürzung seinenHut nicht finden, ungeachtet er ihm vor den Augen aneinem Nagel hing, und so zeigte ihm für jetzt der er-wünschte» Bekanntschaft fliehende Gelegenheit blos ihr