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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Genrüthe nicht paßte. Cs machte ihn überdieß nichtschöner, daß er über die Gebühr dickleibig und in altenseinen Bewegungen, die nie ein Tanzmeister geregelthalte, schwerfällig war.

Auch seine Kleidung konnte de» Augen der Haupt-stadt nicht gefallen. Ein altmodischer grüner Zagdrockschlotterte ui» ihn her, und seine lange Weste von glei-cher Farbe war mit dem handbreiten goldenen Gehenkeeines Hirschfängers umgürtet. Dabei trug er schlaffe,über die Knie hinauf gerollte Stiefeln und eine häßlicheZopfperücke, denn zu seiner Zeit war es »och schlechter-dings nolhwendiz, daß ein deutscher Mann von Standund Bedeutung längstens in seinem dreißigsten Jahreden üppigen Ingendschmuck des eigenen Haares ablezenund fein ehrbarlich sein Haupt mit Ziegenhaaren odergar mit einer drähternen Haube bedecken mußte.

Das war also die Außenseite des Ritters, dem eineseltsame Laune des Glücks an diesem Abende seinen Platzneben der Schönsten der Schöne» angewiesen hatte. Siefesselte nicht nur seine Blicke, sie fesselte auch sein Herz,Las trotz seines Alters noch kein ausgebrannter Bulcanwar, sondern vielmehr jetzt zum ersten Male Flammender Liebe durch die Augen auswarf. Doch in der Ne-benloge schien man diese Feuerströme nicht zu bemerken.

Cr hatte dem Lohnbedientcn befohlen, ihm ungefährin der Mitte des Schauspiels einen Becher Chocoladezu bringen. Kauz kam; der Baron lehnte sich zurückund gab ihm leise den Auftrag, sich nach Stand undName» der beiden Nachbarinnen zu erkundigen.Dar-über kann ich auf der Stelle Auskunft geben;" sagteder Lakai: ,Es ist eine vermittwete Frau von Riedaumit ihrer Tochter. Sie halten sich seit einigen Mona-