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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Auch hinter der Glasthüre ward bei der Ankunft desschönen Mädchens ein Ausruf des Beifalls fchier laut.Er galt nicht sowohl der Huldin selbst, als vielmehrihrer netten, aber möglichst einfachen Kleidung, die demLauscher die erfreuliche Zusicherung gab, daß seinekünftige Schnur kein eitle Zierpuppe wp, die durchzügellose Putzverschwendung ihren Gatten zu Grunderichten werde.

Hier sind wir, mein Herr Rotarius," begann Fer-dinand,um Ihnen einen schon entworfenen Heiraths-vertrag zur Beglaubigung zu überreichen. Ich fürchtefast, Sie werden uns damit auslachen; denn er gehörtin der That nach seinem Ton und Inhalt nicht ganzin Ihr Amtskach. Doch gewisse Ursachen bestimmenmich, unsere Gesinnungen und Grundsätze, mit welchenwir zum Altar gehen, meinem Vater in einer von Ih-nen bekräftigten Urkunde vorzulegen."

»Ich stehe von ganzem Herzen zu Diensten;" ant-wortete der Notar, und griff nach der unentbehrlichenBrille, deren sich der alte Geck in Gegenwart des blü-henden Mädchens fast schämte. O Zeiten! o Sitten!Im laufenden Jahre 1812 schämen sich beinahe diejüngsten Zierlinge, sich auf der Straße und vor ihrenLiebchen ohne Brille sehen zu lassen.

»Ist es Ihnen gefällig, uns diesen Aufsatz vorzulc-sen?" sagte Ferdinand, indem er einen Bogen Papieraus der Tasche zog.

Räuspernd stimmte Herr Kilian seine Kehle, um auchden Ohren im Alkoven verständlich zu werden, und lasdann mit lauter Stimme wie folgt:

Erster Artikel.

Wir lieben uns innig, wir fühlen, daß wir ohne