zurück, betrieb die Verlobungsanstalten mit doppeltemEifer, und gegen Abend sammelte sich in steifen Feier-kleidern die von ihm eingcladene Gesellschaft, worunterHerr Joachim Olfen und dessen bräutlich geschmückteTochter Dorothea die Hauptpc»sonen waren.
Die Herren Asten und Olfen hatten sich dreißig Jahrelang täglich auf der Börse gesehen und gesprochen,hatten manches gute Geschäft mit einander gemacht,und waren so nach und nach Gewohnhcitsfreunde ge-worden. An Einem Tage legten sic, durch die Stürmeder Zeit dazu bewogen, ihre Handlungen nieder undtraten sie Fremdlingen ab; denn Olfens Tochter warsein einziges Kind, und Asiens Sohn, der ebenfallskeine Geschwister hatte, bezeigte von Jugend auf eineso unüberwindliche Abneigung gegen die Kaufmannschaft,daß sich der Vater nach langen, fruchtlosen Kämpfenentschließe» mußte, ihn seinem Hange zu Künsten undWissenschaften zu überlassen. Als sich die alten Herren,die beide Wittwer waren, zum letzten Mal auf derBörse sahen, trafen sie gelegentlich und mit so kallenrBlute, als sprächen sie von einem Wollhandel, dieUebereinkunft, ihre Kinder mit einander zu vermählen.Keinem von Beiden siel cs ein, daß die jungen Leuteandern Sinnes seyn könnten. Darum erstaunte HerrAsten nicht wenig, als Ferdinand die Vollziehung desauf der Börse geschlossenen Vertrages von sich ablehnte.Dorothea hingegen machte nicht die geringste Schwie-rigkeit , den auf sie gestellten Herzenswechsel zu hono-riren. Diesen kindlichen Gehorsam konnte sie sich aberin der That nicht als ein schweres Opfer anrcchnen;denn Ferdinand war an Körper und Geist ein liebens-würdiger Mann und einst der Erbe eines Vermögens,