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ihm Lamberts Bitte um schleunige Erbrechung gemeldetwurde. „Es wird Zeit haben," sprach er, und dachtenicht weiter daran.
Eine Stunde vor Mitternacht ging die Gesellschaftzur Tafel. Unter den aufgepflanztcn Trinkgeichirrenzeichnete sich ein großer krystallcner Pokal aus, denLambert vor mehreren Jahren dem Präsidenten an dessenGeburtstage geschenkt batte. Die Namen des Gebersund des Empfängers glänzten in goldenen Zügen nebeneinander; es war daher zu bewundern, daß sich Herrvon Dörnfeld noch jetzt dieses Bechers bediente und ihnohne Gewissensangst vor sich sehen konnte. Cr füllteihn, als eben die Glocke zwölf schlug, ganz unbefangenmit Wein, um ihn nach alter deutscher Sitte in dieRunde gehen zu lassen.
Aber indem er den Wein seinen Gästen kredenzteund den Rand des Glases mit den Lippen berührte,erschreckte ihn ein Heller, schwirrender Ton, der demBecher entklang und von allen Anwesenden mit Be-fremdung gehört wurde. Man untersuchte den Pokalam Lichte, und entdeckte daran einen frischen Sprung,der Lamberts Namenszug durchrissen hatte. Schaudernderinnerte sich jetzt Dörnfeld des ganz vergessenen Brie-fes , den er seit sechs Stunocn in seiner Tasche trug.Er eilte von der Tafel i» ein Nebenzimmer, erbrachihn, und las: ,,Jch stehe auf dem Scheidewege zwischenLeben und Tod. Die Nachricht, daß ich morgen mei-nes Amtes entsttzk, und, mit Schmach bedeckt, in dieKlaffe der Bettler gestoßen werden soll, hat mich anhie Gränze meines Dastpns gebracht, und ich bi» zueinem mutbigcn Schritte hinüber entschlossen. Dörn-feld, das ist Dein Werk! Aber »och ist es Zeit, mich