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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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ersticken, da ich das zur Ergänzung der Kasse nöthigeGeld durch Beistand eines Freundes schon wieder an-geschaffr habe."

Keine Antwort. Es wurde zwar, in Hinsicht aufden geleisteten Ersatz, noch an demselben Tage die Wachevon seiner Thiire abgerufcn; er bekam aber zugleicheine richterliche Weisung, sich fijr letzt aller Amtsgc-schäfte zu enthalten und das Collegium zu meiden. DieUntersuchung ging nun mit zahlreiche» Verhören ihrenGang. Man zieh ihn grundloser, aus der Luft ge-griffener Verbrechen, die ein so rechtschaffener Mann,als er, nicht im Traume begehen konnte.

Als man ihn einen Monat lang so gemißhandclthatte, schrieb ihm ein thcilnehmender Freund:Ich er-fahre in diesem Augenblicke, daß Ihr Schicksal ent-schieden ist. Ihr Prozeß wird niedergeschlagen; Sieverlieren aber Aemtec und Wurden. Der Präsidentvon Dornfeld kan», wie ich von sehr guter Hand weiß,diesen harten Schlag von Ihne» abwcnden; doch müssenSie noch heute seine Vermittelung suchen. Morgen istes zu spät."

Lambert entsetzte sich, als würde ihm ein Todesur-thcil verkündet. Er fühlte, daß er diesen unverdientenSchimpf nicht überleben könne. Von dem versteinertenPräsidenten war ckeine Hülfe zu erwarten. Um jedochdas letzte Rettungsmittel noch zu versuchen, schrieb eran ihn, und ließ durch seinen Diener, den er mit demBillet abschickte, mündlich bitte», es unverzüglich zulesen. Herr von Dornfeld feierte eben seinen Geburts-tag und hatte viel Gesellschaft in seinem Hause. Eswar schon Abend, als er, am Spieltische sitzend, denBrief empfing. Er steckte ihn in die Tasche, ungeachtet