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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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ihm einen an sie ergangenen landesherrlichen Befehl,den Zustand der ihm zur Verwaltung übergebenen Kassezu untersuchen. Welcher Donnerschlag für ihn! ESnahte sich ihm eine Ohnmacht, doch der Gedanke, daßsein Vergehen non keiner schändlichen Art scy, hieltihn aufrecht. Er bekannte sofort den beiden Beamtende» Mangel -er Kaffe, entdeckte ihnen mit strengerWahrheit (nur Bührens Namen verschweigend) alleUmstände, und ersuchte sie, ihn nicht ins Verderbenzu stürzen, da er die fehlende Summe nach einigenStunden vor ihren Auge» wieder ersetzen werde. Siezuckten die Achseln, sagten zu seiner Bitte weder Janoch Nein, durchzählten de» übrige» Bestand der Kasse,versiegelten sie und eilten hinweg, ohne sich auf einberuhigendes Versprechen einzulassen.

Zwei Stunden darauf übersandte Lamberts Freunddie zugcfagten fünfhundert Tlialer. Aber mit seinemBoten fast zugleich kam eine Gerichtsper on, die demHofralh im Name» des Fürsten Hausarrest ankündigteund eine Wache vor seine Thür stellte. Nun war csaußer Zweitel, daß Dornfeld hinter dem Vorhänge standund die Maschine regierte. Entrüstet schrieb Lambertan ihn:Herr Präsident, ich nenne Sie ohne Rückhaltden Urheber meines Unglücks! Sie legren mir durchden Hofrath Bühren einen Fallstrick, und ich ging leiderhinein, weil ich durch den Dienst, den ich IhremGünstling erzeigte. Ihnen selbst gefällig zu werdenglaubte. Aber Schmach und Gefangenschaft sind meinLohn. Wie weit wollen Sie Ihre Rache noch treiben?Ich bitte Sie, sey» Sie menschlich! Befreien Sic michaus dem Netze, womit Sie mich umspannen! Es wirdIhnen leicht werden, mein Verderben in der Geburt zu