Druckschrift 
11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

armte ihn, gelobte redliches Verhalten, oersprach ewigeDankbarkeit uns eilte mit dem Gelde fort.

Von Arbeit gedrängt, hatte Lambert jetzt nicht Zeit,über diesen Vorgang nnd dessen mögliche Folgen nach-zudenken. Cr warf sich schnell wieder an sein Paltund schrieb ruhig bis gegen Mitternacht. Run aberumfingen ihn auf seinem Lager quälende Sorgen, dieihm sein eigenmächtiges Schalten mit anvertrantcmGute als eine gefahrvolle Unbesonnenheit darsicllten.Er konnte ovr Angst nicht schlafen; nnd schloß er jaminutenlang die Auge», so plagten ihn schwere Träume,die ihn in schandeivolle Kerker versetzten. Er sprang,sobald es Tag wurde, von dieser Folterbank aus. Un-ruhe und Bangigkeit machte» ihn, seine Zimmer zu enge.Sie trieben ihn fort zu einem Freunde, dem er seinGeheimniß vertraute.

,,Ia, ja!" sagte der Freund nach bedenklichem Kopf-schiilteln;das gute Herz hat dem Verstände ins Amtgegriffen ! Hier ist nichts zu thnn, als sich auf denschlimmsten Fall gefaßt zu machen und die Lücke derKasse so schnell als möglich wieder auszufüllen."

Dazu weiß ich leider kein Mittel!" seufzte Lambert.

So will ich Rath schaffen," sprach sei» Freund.Ich bin zwar in diesem Augenblicke nicht Herr überfünfhundert Thalcr; sie solle» aber zuverlässig binnendrei Stunden in Ihre» Händen seyn. Gehen Sie in-dessen ohne weitern Kummer nach Hause!"

Lambert ging. Es war kann, acht Uhr, als er inseine Wohnung zurückkam. Ec fand bei Amalien zweiangesehene Staatsbeamten, die ihn erwarteten. IhrAnblick erschreckte ihn. Sic wollten ihn allein sprechen.Er führte sie in ein anderes Zimmer. Hier zeigten sie