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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Stunde der Noth darüber Borwürfe zu mache». Erbetheuerte vielmehr mit den freundlichste» Worten: erwürde ihm mit wahrem Vergnügen dienen, wenn esmöglich wäret allein er habe nicht den zehnten Theilder verlangten Summe vorräthig.

So verhielt es sich in der That. Aber er halte eineöffentliche Kaffe unter den Händen, und sic befand sichin seiner Wohnung. Herr von Bühren, der das na-türlich wußte, that den unerwarteten Vorschlag, ihmdiele Hülfsquelle zu öffnen. ,,Verschonen Sie mich mitdiesem Ansinnen!" sagte Lambert.Ich selbst würdelieber Hungers sterben, als die mir anvertrauten Gel-der pflichtvergessen berühren." Dessen ungeachtetwiederholte Jener unablässig und mit herzerschütterndenWorten seine Bitte. - Ec that schreckliche Eidschwüre,daß er das erbetene Darlehn unfehlbar innerhalb achtTagen zurückzahlen wolle, und drohte Selbstmord, wennihm nicht augenblicklich geholfen würde.

Der gute Lambert schwankte zwischen Pflicht undMilleiden. Endlich gewann das letztere die Oberhand;denn mit ihm verband sich der Gedanke, daß Herr vonBühren, der vielvermögendc Günstling des Präsidenten,die geschickteste Person sey, einen erwünschten Friedenzu stiften, und sich aus Erkenntlichkeit dazu werde be-reitwillig finden lassen. Voll dieser Hoffnung öffneteLambert mit zitternder Hand die eiserne Kasse, undreichte ihm daraus einen Beutel mit fünfhundert Tha-lern.Sie sehen," sprach er,ich thue mehr für Sie,als ich in der größten Bedrängniß für mich selbst ge-than hätte. Schweigen Sie nur und halten Sic Wort;Sie machen mich sonst unglücklich." Bühren um-