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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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entschloß er sich zum Versuch einer Aussöhnung mitdem feindseligen Manne, der Macht und Neigung hatte,ihm bei jedem Schritte, durch den er seine häuslicheWohlfahrt befördern wollte, Hindernisse in den Wegzu legen. Aus diesem Grunde schrieb Lambert an ihnLen Brief, dessen im Eingänge dieser Erzählung ge-dacht ist. Allein Herr von Dornfeld antwortete nicht,und fuhr unverändert fort, sich in Dienstsachen abholdund widerwärtig zu betragen. Einige andere Annähe-rungen, die der Hofrath in der Folge wagte, fruchteteneben so wenig. Doch triumphirte der Präsident dar-über in seinen Zirkeln, und verkündigte laut: Lambertkriecbe vor ihm zum Kreuze; er werde ihn aber, wieer sieb sehr niedrig ausdrückte, bis an den jüngstenTag zappeln lassen.

Um diese Zeit saß Lambert eines Abends, mit drü-ckenden Arbeiten beschäftigt, am Schreibtische. Plötzlichtrat einer seiner jüngcrn College» , der Hofrath vonBühren, mit hastigen Schritten und verstörtem Gesichtin sein Zimmer.Bester Freund," sprach er ganzaußer Athen,,ich werfe mich in einer der dringend-sten Verlegenheiten meines Lebens in Ihre Arme. Ichbedarf in diesem Moment fünfhundert Thaler. Ehreund Leben stehen auf dem Spiele. Retten Sie mich!"

Lambert staunte. Bühren gehörte nicht unter dieZahl seiner Freunde. Im Gegentheil hatte ihm dieserzweideutige Mann, der ein vertrauter Liebling des Prä-sidenten war, manchen geheimen Rank gespielt und ihnbisher immer über die Achsel angesehen. Doch Lam-berts weiches Herz vermochte nicht, ihm jetzt in der