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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Seite
87
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nennt, wenig oder nichts anbiete»; aber er entfaltetein Worten und Handlungen ein edles Genuith, das sie»üt Recht für die reinste und sicherste Quelle häuslicherGlückseligkeiten ansah. So begegneten sich Liebe undGegenliebe; der Bund ward geschlossen; Amaliens Elternbestätigten ihn.

Wonnetrunken flog Lambert zu seinem Frcnnde undstellte sich ihm als Bräutigam dar. Staunend und miterglühendem Gesicht fuhr der Präsident vom Stuhlauf, schmähte heftig aus Amalien, entdeckte im Zornedas bisher noch nicht ruchbar gewordene Geheimnißseiner abgewiesenen Anwerbung, und forderte von demHofrathe als Opfer der Freundschaft: Amalien aufzuge-ben, sich nie mit ihr zu verbinden, und ihren Umgangewig zu meiden.

,,Freund, du verlangst zu viel!" antwortete Lambert.Gönne mir den Genuß eines Glücks, das dir vomSchicksal nicht beschieden ward."

,,O, darüber wächst mir kein graues Haar!" sagteder Präsident mit höhnischem Auflachen.Aber bestraftmuß sie werden, die Thörin, bestraft durch Dich, meineninnigste» Freund! Räche mich an ihr, ziehe dich zu-rück und laß sie als alte Jungfer verblühen!"

Lambert unterdrückte seinen Unwillen, den er beidieser harte» Sprache fühlte; er bat sanft, ihn mit derZumuthung eines schändlichen Wortbruchs zu verschonen.Allein Herr von Dörnfeld wollte seine Rache gebieterischdurchsetzen. Er befahl geradezu, als ob er eine» Skla-ven vor sich hätte. Dadurch empört, erklärte sich end-lich der Hofrath: er sey ein freier Manu, und werdeseiner Neigung und Denkart unbeschränkt folgen.Aufdeine Gefahr!" donnerte der Präsident, und Wuth und