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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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und ihnen, als sie an einer langen Tafel Platz genom-men halten, Mann für Mann durch seine Diener insOhr raunen:der süße Brei, den man auftragcn werde,seh auf dem Boden der Schüsseln mit funkelneuen Sil-bermünzen gewürzt; wer also mir seinem Löffel amschnellsten und tiefsten bis auf den Grund tauche, derwerde die reichste Silberbeute gewinnen." Das warden armen Leuten eine höchst erfreuliche Kunde. Siehielten ihren Löffel hoch in der Hand, wie ein ReiterLen Säbel, womit er einhauen will. Dis Schüsselnwurden aufgesetzt; ein sicdendheißer Brei qualmte darin;wie Blitze schossen alle Löffel hinein und brachten einefeurige Ladung zurück, woran sich die geldhunzrigen Es-ser Mund und Gaumen verbrannten. Das ging nichtohne gräßliche Gesichtsverzerrungcn ab. Darauf hakteder edle Herr gerechnet, und frohlockte mit einem un-mäßigen Gelächter darüber. Aber seine Haupttücke be-stand darin, daß der Höllenbrei nicht einen einzigenPfennig enthielt, und an und für sich ein ungenießbaresGericht war. Die Brandbeichädigten mußten also, daman ihnen kein Voreffcn aufgetifcht hatte, ungesättigtnach Hauke gehen.

Im nächsten Jahre machte er sich ein noch wohlfeile-res Vergnügen. Er berief seine Bauern und Häuslingeabermals zu einer vorgeblichen Lustbarkeit zusammen.Sie erschienen mit dem festen Vorsatze, sich den Mundnicht wieder zu verbrennen, sondern langsamer zu essen.Doch dieser gemeinschaftlich gefaßte Entschluß war ganzüberflüssig. Sie fanden auf dem freien Platze, wo sieim vorigen Jahre bankcttirt hatten, keinen Tisch gedeckt.Herr von Hafenseld hatte daselbst blos für sich und ei-nige Gäste eine Trinktafel aufschlagen lassen. Neben