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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
55
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Man räumte zu den« großen SchmausDer Bienen- ganze Werkstatt aus,

Und fischte Teiche leer.

Das Fest ward weir umher bekannt,

Und mancher hungrige VagantKam mit bestäubtem Schul),

Blieb bei der offnen Tafel stehn.

Und sah dein frohen WvhlergehnDer Schmanser lüstern zu.

Da sagte denn die Nittcrin:

»Setzt, guter Freund, setzt euch dahin,

Und kästet unser Mahl!"

Gelockt voll dieser Gastbarkeir,

Vermehrte sich von Zeit zu ZeitDer Tischgcnossen Zahl.

Bertha befestigte die Stiftung des süßen Brei's durcheinen eisernen Brief, der allen künftigen Besitzern derBurg Wittgau die Verbindlichkeit auflegte, solches Gast-gebot jährlich auszurichten, und dabei so zu gebaren,daß die Speisenden völlig zufrieden seyn könnten.Ichwürde," fügte sie am Schluß hinzu,keiner rnhigenUrstätte unter der Erde genießen, wenn sich nach mei-nem letzten Ständlein irgend ein Burgherr unterfangensollte, das Gestift zu vernachlässigen oder ganz aus denAugen zu setzen."

- Dieser Stiflnngsbrief ward von einem Rechtskundigensauber auf Pergament geschrieben, von Bertha und ih-rem ehelichen Vormund unterzeichnet und mit angehan-genem Siegel im Briefgewölbc des Schlosses aufbewahrt.