Druckschrift 
11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen
 

83 S->-

munds Unterthanen verrichteten aus freiem Willen dop-pelt so viel Hand- und Spanndienste, als sie nach ihrerFrohnpflichk zu leisten schuldig waren. Sogar die Zwergeblieben nicht unkhäiig; sie führte» bei Nacht Steine undandern Baustoff zu. Eines Morgens fand man einenkleinen säubern Schiebekarren, den sie auf der Baustellevergessen hatten. Ein Arbeiter nahm ihn zu sich, umseine Kinder damit zu erfreuen. Indem er ihnen abernach gemachtem Feierabend das Geschenk übergab undihnen dessen Gebrauch zeigen wollte, entrollte das pos-sierliche Ding seinen Händen, lief geschwind zur Stubehinaus, und zugleich erscholl ein vielstimmiges Helles Ge-lächter, das aus den Wänden hervorzubrechen schienund ihm die Haare zu Berge trieb.

4.

Der süße Drei.

Als nun im dritten Jahre die Schwalbe schied unddie Drossel schon von der reifenden Frucht des Eibisch-baums naschte, begab sich einst Bertha zur Baustättc,sah mit Wohlgefallen das Ameisengewühl der Meister,Gesellen und Handlanger, und sagte liebreich zu ihnen:Fördert das Werk, so viel ihr könnt, ihr fleißigenMänner! Der Winter ist im Anzüge, und mein Ehe-herr und ich trage» großes Verlangen, das enge Häus-lein, worin wir jetzt ungemächlich wohnen, zu verlassen.Drum haltet euch wacker und eilt mit der Arbeit zuEnde! Ich gelobe und verspreche, euch dann mit einemsüßen Brei zu bewirthen, und er soll auch fortan, solange dieses Schloß steht, euch und euren Kindern und