Druckschrift 
11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
45
Einzelbild herunterladen
 

-o§> 48 S-s-

diesen Dogen Papier einzuschlagen, und mit dem Pet-schafte, das an Ihrer Uhr hängt, zu versiegeln."

Hugo that es, und iiberschrieb dann auf OttkarsVerlangen den Umschlag mit folgenden, ihm in die Fe-der gejagten Worten:

Ich bezeuge, daß ich inliegende Gedichte, derenVerfasser Ottkar ist, am heutigen Tage mit eige-ner Hand in seinem Zimmer eingesiegelt habe."

Aber wozu diese Anstalten?" fragte der Geheimschrei-ber, als er noch das Datum und seine» Namen hinzu-gesetzt hatte.

Erlauben Sie mir, Ihnen die Antwort für jetzt schul-dig zu bleiben;" crwiederte Ottkar.In zwei oderdrei Monaten wird sich das Räthsel lösen. Indessenerbitte ich mir die strengste Verschwiegenheit über diesenVorgang unter unser» vier Augen."

Hugo gab sein Wort darauf, und sie sprachen nunvon dieser Sache nicht weiter.

Am folgende» Tage übersandte Ottkar eine schon be-reit liegende Abschrift der drei eingestegclten Meister-stücke, mit dem erdichteten Name» Rolf unterzeichnet,dem Herausgeber eines Musenalmanachs; und einigeTage später ließ er auch die drei schwachen Lieder, mitseinem eigenen vollen Namen unterschrieben, denselbenWeg gehen.

Der Almanach erschien zu seiner Zeit. Herr Flausfiel geschwind über das Büchlein her und zog es durchdie kritische Hechel. Ottkarn erhob er, wie gewöhnlich,bis in den Himmel; aber den Neuling Rolf fuhr ergrimmig an, und bedeutete ihn ernstlich, sich nie wie-der auf dem Parnaß blicken zu lassen, weil er sich eherzum Schuster, als zum Dichter schicke.