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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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sich mit seinem Begleiter durch eine schmale Oeffnungder Thür, damit kein Ungeweihter Hineinblicken odergar einschleichen möchte. Wir aber waren langst nebenihnen dnrchgewischt, und hörten und sahen folgendewunderliche Dinge.

Pakomus öffnete einen Schrank, worin verschiedeneMäntel von Sammk oder feinem Tuch in bunter Reihehingen. Sie waren von außen köstlich verbrämt, in-wendig aber mit rauhen wollenen oder härenen Futternversehen, und zum Theil mit Wolfs - und Fuchsbälgcnausgeschlagen.

Ist das die Gewandkammcr des Fürsten?" fragteder junge geheime Rath.

Mit Nichten!" sprach der Alte:Es sind Staats-mäntel, die gebraucht werden, wenn man dem Volkeeine widrige oder mißliche Sache vorzubringen hat.Einem solchen häkligen Dinge muß man ein zierlichesMäntelchen umgeben. Darum heißt dieser mit golde-nen Fransen besetzte Scharlachmantel: Volksglück;der zweite von grünem Sammt: Flor des Landes;der dritte, mit Silber bordirte: Das gemeine Beste;und so weiter.

Mit ernstem Gesichte besah der Lehrling einen nachdem andern. Aber am Ende konnte er sich des Lachensnicht enthalten, als seine Augen eine ganz abgetrageneund verblichene Hülle trafen. .Himmel!" rief er aus,wie kommt dieses alte Fähnlein unter die prächtigenStaatsmäntel?"

Laß dich das nicht wundern!" versetzte Pakomus.Dieser Mantel glänzte vormals eben so herrlich alsseine Nachbarn; ihn habe» nur die ungeheuer» Stra-patzcn, die er ausgestanden hat und noch immerfort er-