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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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dulden muß, so kläglich entstellt. Er heißt: Gute Ab-sicht, und ist an Fiirstenhöfen gleichsam das täglicheBrod. Sitzt, zum Beispiel, einmal statt der Klugheitdie Thorheit am Ruder und treibt unbesonnen dasStaatsschiff an Klippen: dann wickelt man sich, indemcs kracht und bricht, in diesen Mantel und ruft: dieAbsicht war gut! Damit bringt man Jeden, derauf den Trümmern des Schiffbruchs ein Klagelied an-stimmt, zum Schweigen. Mancher Staatsfehler istfreilich ein so gewaltiger Riese, daß Ein Mantel nichthinreicht, ihn zu bedecke». Zn diesem Falle wirft mansie alle zugleich über ihn und begräbt ihn darunter."

Die Musterung der Mantel war nun vorbei. Pako-mus öffnete einen Schrank voll Larven.

Ah, herrliche Masken!" rief der neue Rath.Siewerden wohl bei Mummereien und feierlichen Aufzügengebraucht?"

Ja wohl!" antwortete lächelnd der Schwäher:Jawohl zieht man damit auf! Es sind Staatslarven,und sie haben mit jenen Mänteln eine gleiche Bestim-mung. Darum gleiche» sie natürlichen Menschengcsich-tern, und Biedersinn spricht aus allen ihren Zügen."Er bedeckte jetzt mit einer Larve sein Gesicht.Sieh!"sprach er:Hab' ich nicht so recht die ehrliche Mieneeines braven Patrioten, der freudig dem BaterlandeGut und Blut opfert?".

Auf meine Ehre!" rief der junge Herr und klatschtejubelnd in die Hände.

Sie gingen dann in eine Nebenkammcr, die mit einerBad- und Barbierstube die vollkommenste Aehnlichkeithatte. Scheermeffer, Lanzetten und Schropfköpfe lagenüberall umher.Dieser Kram," sagte Pakomus,ist