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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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Wägt ein Fürst seine Thaten darauf ab, so wird ervon seinem dankbaren Volke wie ein Vater verehrt undgeliebt. Herrscht er aber streng und nach Willkür,drückt er die Staatsbürger und verschwendet den ihnenabgcpreßten Schweiß durch eitlen Prunk, so trifft ein,was ein alter Poet sagt:

Die Menschen könne» 'S nicht tilgen,

Wen sic fürchten, den müssen sie hassen."

Mit einiger Bestürzung sah der Fürst während die-ser Rede den versammelten Staatsrath nach der Reihescharf an, als wollt' er sagen: Wie klingt daß? Die-ser Vogel pfeift anders, als Ihr, meine lieben Ge-treuen !

Herr Pakomus, der Ober-Heimliche (wie unsereAltvordern den Vorsitzer einer Geheimenratbsstube nann-ten) war ein alter schlauer Höfling, der sich in dieserbedenklichen Lage recht gut zu benehmen wußte. Erverlarvte seine Verlegenheit durch ei» hvhnlächelndesAntlitz, schüttelte mißbilligend die große Wolkenperückegegen den Redner hin, und siel ihm, indem schon derFürst, um seine Befremdung laut auszusprechen, mitden Lippen zuckte, schnell ins Wort:Genug der An-maßung! Sr. Durchlaucht hohe Weisheit und Edel-herzigkeit bedürfen keiner Regierungslehren."

Diese entschlossene Schmeichelei hatte die beabsichtigteWirkung: sie brachte bei dem Fürsten alles wieder insGleiche. Er warf einen finster» Blick auf den Frcimü-thigen und befahl ihm, sich zu entfernen.

Der dritte Amtswerber, ein kaum bebarteter Jüng-ling, behandelte nach dem Beispiele des Ober-Heimli-chen seinen Vorgänger wie einen Pinsel, und mäkelte

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