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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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als seine jetzigen Kameraden, die keine Gelegenheit ver-säumten, sich durch Hohn und Spott an ihm zu rächen.

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Herr Wiedehopf, ein altes, aus Geiz und Eitelkeitzusammengesetztes Männchen, war einer der seltsamstenMenschen in der Hauptstadt. Er täglich bei ver-schlossenen Thüren so schlecht als ein Bettler; dochnachher fuhr er in einem prächtigen Wagen spazieren,und legte sorgfältig eine Hand, an welcher ein halbesDutzend kostbare Ringe funkelten, auf de» offnen Schlagzur Schau. Kein Armer bekam von ihm einen BissenBrod; aber er gab verschwenderische Gafimählcr, umsagen zu können:Die und die Grafen und Baronespeisten bei mir." An feierlichen Hoftagen warf ersich in ein Staatskleid, ging mit Psauenschritten insSchloß, schlich einige Stunden auf dunkeln Treppen undGängen umher, besuchte höchstens einen Kammerviener,und machte, wenn er zurückkam, einfältigen Leuten weiß,er habe der Assembler beigewohnt und lange mit demHerzog gesprochen. °

Lüstern nach der Wirklichkeit dieses erdichteten Glücks,bewarb er sich um ein Hosamt; da er aber nicht vonAdel war, wies man ihn zur Ruhe. Er wandte sichnun an den Tischrath und bat um dessen Fürsprache.Schönbart machte mit dem übel berüchtigten Filz wenigUmstände.Wunderlicher Mensch!" fuhr er ihn an:wie könnt Ihr Euch so hohe Dinge in den Kopf setzen/Ihr sepd ja ein armer, lumpichter Teufel!" /

Wiedehopf erschrack und betheuerte, er sey ein sihrbegüterter Mann.