23
sein kleines Reichskontingent, daß Friedrich dem Gro-ßen wenig Schaden zugefügt hatte, aus dem Felde zu-rückkehren sah. „Cs ist mir unbegreiflich!" fuhr erfort. „Ich habe nichts gespart, meine Leute gut ver-pflegen zu lassen, und dennoch gleichen sie Gerippen!" —„Gnädiger Herr," sprach Peter, „ich wette darauf,daß wir wenigstens Einen Dickbauch darunter finden." —Und er hatte Recht. In einem schwerbepacklcn Reise-wagen, der den Zug schloß, saß ein runder, blühenderMann, ein leibhaftes Bild des Ueberflusses und Wohl-lebens. Cs war der Herr Prvviantkonunissär.
„Seht," sagte Peter, „das ist der Schwamm, deralle Nahrung, die dem ganzen Häuflein bestimmt war,in sich sog!" —
„Meinst du?" sprach Hilarius. „Ich werde den Bur-schen vor Gericht stellen." —
Es geschah, und der Rundbauch ward überwiesen,daß er die ihm anvertrautcn Verpflegungssummen un-terschlage», sie an üppig besetzten Tafeln und in Spiel-und Buhlhäusern vergeudet, und die armen Soldatendem Hunger preisgcgcben hatte.
„Rathe mir, Peter!" sagte der-Herzog, „wie straf'ich diesen Verbrecher?"
„Nebergebt ihn der rächenden Nemesis!" —
Der Herzog verstand Peters Antwort und verurtheilteden untreuen Haushalter: drei Monate lang bei Com-mißbrod und Wasser gefangen zu sitze», und dann alsgemeiner Musketier der Trommel zu folgen.
Dieses gerechte Urtheil — das sich vielleicht noch bis-weilen anwenden ließe — ward vollstreckt, und in kur-zer Zeit war der dickbäuchige Schwelger eben so schlank.