Hilarius las keine Reisebeschreibungen und reiste selbstnicht; der Heerstraßen Gräuel blieb ihm also oerborgen.Die kurzen Wege, die er nach seinen Lustschlössern be-fuhr, waren glatt und eben wie ein Tisch. Dafür sorgteder schlaue Herr von Muff.
Schönbart hatte ihn schon oft wegen seiner treulosenAmtsführung bestichelt; allein es fruchtete nichts. Wernicht hören will, muß fühlen! dachte der Tischrath, undtraf mit Bewilligung des Herzogs geheime Vorkehrun-gen , dieses Sprüchwort mit dem Herrn von Muff zuspielen. Doch war diesem nur eine leidende Rolle da-bei zugethcilt.
Wohlgedachter Herr und sein Busenfreund, der Pa-ter Eusebius (ein selbstsüchtiger Bauchpfaff, aber alsherzoglicher Beichtvater bei Hofe viel geltend) beglei-teten meistens den Fürsten , wenn er auf ein Lustschloßfuhr, um sich dort einen halben oder ganzen Tag mitder Jagd zu vergnügen. Bei dergleichen Landreisensaßen jene Herren immer selbander in einer für sie be-sonders'gebauten, sehr geräumigen und bequemen Ka-rosse: denn so beschaffen mußte sie seyn, weil beide un-gemein wohlbeleibt waren und neben einander viel Platzbrauchten.
Einst hatte sie im Gefolge des Herzogs ihr sanfterLeihwagen aufs Land hinaus geschaukelt. Die Rückreiseverzog sich bis zum Anbruch der Nacht. Sie schwank-ten, ein wenig berauscht, zu ihrem Fuhrwerke hin, undfreuten sich auf ein Schläfchen, das sie unter Wegeszu machen gesonnen waren. Als sie aber von dem Wa-gen Besitz genommen hatten, schien er ihnen ungewöhn-lich enge. Wie Heringe zusammengepreßt, äußerten siemit stammelnden Zungen ihre Verwunderung darüber