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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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3.

Peter war des Herzogs Schatten. Er begleitete ihnsogar ins Conferenzzümner, wo sich die geheimen Rätheversammelten. Man kann sich verstellen, daß ihnen derschwarze Narr so nannten ihn seine Hasser keinangenehmer Ohrcnzeuge ihrer zum Theil arglistigen undauf Eigennutz abzielenven Vorträge war. Doch waShalf's? Sie mußten ihn dulden.

Einst brachten sie in seiner Gegenwart eine neue Auf-lage in Vorschlag. Sie war, wie damals gewöhnlich,blos auf den Bürger- und Bauerstand berechnet; derAdel sollte davon befreit bleiben. Der Herzog, imGanzen kein schlimmer Regent, verweigerte seine Ge-nehmigung, weil er dem schon genug bedrückte» Volkekeine neue Last aufbürden wollte. Doch die HerrenRäche ließen fort und fort frische Hülsstruppcn staats-wirthschaftlichcr Bewegungsgrünoe anrllcken; der Herzogstand im Begriff, sich zu ergeben.

Schönbart war indessen an den Wänden herumge-schlichen und hatte Fliegen gehascht, als ob er sich umdas, was an Ver grünen Tafel vorging, nicht beküm-mere. Aber seine nicht müßigen Ohren erlauschten je-des Wort, ungeachtet die Räthe, die immer unter dengraue» Augenwimpern hervor nach ihm hinschielten,mit möglichst gedämpften Tönen sprachen. Sie warendießmal sehr zufrieden mit dem schwarzen Narren, weiler sich nicht, wie er wohl sonst that, in'die Sachemischte; und schon glaubten sie gewonnenes Spiel zuhaben, als der Herzog die Feder ergriff, um den ihmvorgelegten Steuerplan durch seine Unterschrift zu be-