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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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415
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ken übersprungen. Die daran sitzenden Zuschauer flohenmit Schrecken und purzelten im Getümmel übereinander.Wir machten hierauf den zweite» Ritt, und gaben undempfingen beiderseits tüchtige Stöße, die jedoch den Wett-streit nicht entschieden. Erst beim dritten Nennen gelanges mir, den tapfer» Kämpen so zu erschüttern, daß erdie Bügel verlor, und nach fruchtlosem Ringen, sich aufdem Pferde zu erhalten, hinab mußte.Hol' der Henkerdas Kinderspiel!" rief er ans und verließ den Schauplatz.

Ich sah mich um, ob jemand vorhanden scp, der desAmtmanns Niederlage rächen und mich aus dem Sattelheben wolle; aber die Rennbahn blieb leer, und bald er-schien ein Herold, der ausrief:Das Turnier ist vorbei!Die Herren Ritter werden geladen, sich im hiesigen Schlosseeinzufindcn, und nach erfolgter Austhcilung des Dankesein Ehrenmahl zu genießen."

Mir klopfte das Herz; ich folgte zaghaft dem Rufe.Die andern vier Kämpen stellte» sich, ungeachtet sic keinenDank zu erwarten hatten, ebenfalls ein. Auch die ganzevornehme Welt von Teutlingcn war zu Frcimunds Tafelgeladen und zog vom Turnplätze dahin. Freimund riefmich und meine vier Waffenbrüder in ein abgesondertesZimmer und sagte zu Diesen:Meine Herren, Sie cr-öffnctcn mir neulich an Einem Tage und in Einer Stundeeinen gleichstimmigen Wunsch, und eben denselben hatteich schon lange vorher in den Auge» meines hier gegen-wärtige» jungen Gastfreundes gelesen. Da gedachte ich vcrbiblischen Worte: Das Loos stillet den Hader,und stellte das heutige Turnier an, um die Entscheidungder Sache dem Waffcnglückc zu überlassen. Es begün-stigte meinen Gastfrcund, und er soll vor Ihren Augenden ausgeseßten Preis empfangen."