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Arzt des Städtchens, eine drollige kleine Kürbisgestalt,mit einem Kupfergesichte.
Als wir uns zur Tafel gesetzt hatten, ward ein StückRindfleisch mit Meerrettig und anderer gemeiner Zukostaufgctragen. „Keine Suppe?" — murrte der Hofrath.„Nein!" sagte der Bürgermeister. „Ich will heute meinewerthcn Gäste mit einer ächt vaterländischen, kerndeutschenMahlzeit bcwirthen. Rindfleisch ist kräftig und derb, wieder ehrliche Deutsche; aber die flüssige Suppe gleicht demimmer schwankenden, unzuverlässigen Franzmann, undward auch wahrscheinlich von ihm erfunden."
„Der Name ist unstreitig französisch;" sprach der Obsich-ter. „Doch läßt er sich bequem durch Gelösfel verdeut-schen. Man kann sagen: Weingelöffcl, Biergelöffel, Milch-gelöffel und so weiter."
„Ich möchte nur," entgegnetc der Bürgermeister, „keinjunges, artiges Frauenzimmer auf ein Gelöffcl einla-den. Das würde sehr zweideutig klingen."
Es ward gelacht; der Hofrath allein blieb ernsthaft undknurrte: „Eine gute Brühsuppe, deutsch oder französisch,wäre mir lieber, als all' die Wortklauberei."
Er rührte, in Hoffnung besserer Zeiten, das Rindfleischwenig an. Aber auch die zweite Tracht entsprach seinerErwartung nicht. Sie bestand aus Schinken mit Erbsen,Klößen und ganz alltäglichen grünen Gemüsen. Der un-zufriedene Gast aß keinen Dissen davon, ungeachtet ihnder Wirth ermahnte: er möge sich vorsehen, daß er nichthungrig vom Tische aufstchc.
Die dritte Schüssel brachte einen Hecht, der, nach seinerGröße, ein Fürst der Waffcrwclt gewesen war. Aber derHofrath hatte keine Achtung vor ihm. „Das verdammteNaubthicr," sagte er laut, „hat wohl alle Forellen und
Langbein'« sämmll. Schr. XVI. Bd. 26