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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
337
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aber erheb er ein Zetergeschrei, als wäre sei» Leben i»Gefahr. Die alte Fra» lief ängstlich über den Hof nachder Wachstube, wo von unserer Schloßgarnison, die auszwölf alten Soldaten bestand, täglich drei Mann aufzogen.Während der Zeit schrie der Kapellmeister noch stärker.Es ward Christenpflicht, ihm zu Hülfe zu eilen.

Ich fand ein lustiges Unglück. Mein Gefangener hattesich durch das einzige kleine Fenster, das die im Erdge-schoß befindliche Wohnung des Pförtners sparsam erleuch-tete, in Freiheit setzen wollen , und war wie ein Pfropfenin der Flasche stecken geblieben. Die Beine hingen hin-aus in die Luft; das Bruststück war in der Stube. Sohielt er sich, auf dem Bauche liegend und auf Rettungharrend, im Gleichgewichte i dicß aber ward, wie oft daspolitische , auf die feindseligste Weise gestört. Es standnämlich draußen unter dem Fenster ein Raufbold, der desKapellmeisters schütz- und wehrlose Rückseite, besonders denerhabensten Thcil derselben, unablässig mit einem Stockezcrbläute und sich weder durch Strapeln noch Schreien indiesem Geschäfte stören ließ. Ich war außer Stande, demLeidenden zu Helsen- Er steckte so fest zwischen dein Nah-men, daß ich ihn nicht hcrauszuarbcitcn vermochte. Ebenso wenig konnte ich dem rastlosen Zuchtmeistcr Einhaltthun, weil des Züchtlings breite Körpermaße das ganzeFenster verstopfte. Doch bald kam Hülfe. Die Thorwär-terin hatte die gcsammte wachhabende Mannschaft aufge-boten, und als diese sich mit vorspanntc, zogen wir dengeschlagenen Mann glücklich aus der Klemme.

Wer da?" rief ich schnell zum Fenster hinaus.

Gut Freund!" antwortete die rauhe Baßstimme desOberbefehlshabers der Garnison.

Langbcin'S slimmtl. Schr. XVl. Bd.

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