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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Nachdem man ihm die Mahlzeit mit den unterwürfig-sten Bücklingen gesegnet hatte, führte er Lenorcn und ihreEltern an ein Fenster, winkte seinem Sohne und sagte:Nun, Erzgräfchen, fädle deine Sache hübsch ein! Du ver-stehst fa das Einfädeln!"

Aber der junge Herr schlug erröthcnd die Augen nieder,und gebcrdcte sich eine Weile wie ein Dümmling, dernicht weiß, was er sagen soll. Endlich hob er schwerfälligan:Jungfer Lenore, die Hellen Strahlen Eurer unver-gleichlichen Schönhcii, vereinbart mit Tugcndzier, haben machen " Da blieb er stecken und rieb und wanddie Hände so ängstlich, daß seine vielen Ringe hätten Feuergeben mögen.

Du bist ja heute ganz verblüfft!" sagte der regierendeHerr.Fängst da eine Salbaderei an, als hätte sie direin alter Schulmeister cingctrichtcrt, und auf Einmal stocktdir das Wort im Munde. So muß ich wohl selbst fürdich sprechen." Er that nun Lenorcn im Namen deSStummen eine förmliche Liebeserklärung, und versicherteseiner Scits, daß er als zärtlicher Vater die etwas starkeMißvcrbindung, die seine hohen Standcsgenosscn freilichsehr tadeln würden, genehmigen wolle. Er forderte nunauch des Mädchens Eltern auf, gleichfalls ihre Einwilli-gung zu ertheilcn.

O, wir Armen, wir Unwürdigen!" sagte Herr Petermit Freudenthräncn:wie könnten wir uns einen Augen-blick bedenken, das hohe Glück, das unserer Tochter so her-ablassend geboten wird, mit untcrthänigstcr Danknchmig-kcit zu empfangen?"

Aber die Mutter sprach mnthig:Gleich und Gleichgesellt sich gern, gnädiger Herr, und nur Gleich und Gleichist miteinander zufrieden und glücklich. Unsere Tochter