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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
271
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und ritt nach dem Gasthofe. Der Krämer sah an denThüren und Fenstern seiner Nachbarn forschend umher,ob man den stattlichen Kunden bemerkt habe; und da erüberall große Augen wahrnahm, ging er mit stolze» Schrit-ten in sein Gewölbe zurück.

Hier fand er Lenorcn mit Wegränmung des Pfeifen-schuttes beschäftigt.O du Gans!" fuhr er sie an:wiedumm führtest du dich vorhin auf! Hätt'st dir's für eineEhre schätzen sollen, daß ein großer Herr, der mir umnichts und wieder nichts eine Mandel Dukaten schenkte,mit dir tändeln und liebäugeln wollte. Ja, wär's nurein anderer Grünrock gewesen! Dem groben Tuche läufstdu nach, und vor dem Sammt, dem feinsten Sammt,nimmst du Reißaus. O du Gans, du Hauptgans! Werweiß denn, was sich angcsponnen hätte? Gibts nicht Bei-spiele, daß sich Fürsten mit Bürgcrstöchtern vermählten?

Gott! zu was für einem Manne könnt' ich noch i»meinen alten Tagen aufwachsen! Und was werd' ich nun?

Von Gottes Gnaden Schwiegervater eines armenSchluckers!"

Indem er so schalt, sammelte das gute Mädchen stillduldend die zerbrochenen Pfeifen und entfernte sich mitnassen Augen.

Um sich von seiner Aergerniß auf eine angenehme Weisezu erholen, besah der Harpar die schönen Dukaten, legtesie auf die Goldwagc, fand sie alle mehr als vollwichtigund küßte dafür einen nach dem andern. Er prüfte ebenden letzten, als sein hoher Wohlthätcr plötzlich wieder inden Laden hereinschoß und ihm, da die Dukaten und dieWage nicht schnell genug versteckt werden konnten, schel-