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finden sollte. In London, wo man ihn als einen Ver-schwender kannte, war nicht daran zu denken. Er mußtefolglich sein Netz anderswo auswcrfen.
Nach langem Sinnen und Grübeln fiel er auf einenalten, sehr begüterten Obersten, der zwanzig Meilen vonder Hauptstadt auf dem Lande lebte, keine Bekanntschaftenin London hatte, und Vater einer einzigen Tochter war.
Im Hause dieses Mannes ließ er sich durch einen Un-terhändler, dem er einen Theil der Beute versprach, em-pfehlen und vorstellen. Die Tochter des Obersten warein steifes Landmädchcn mit runden, rothen Backen, wieein Posaunen-Engel, und nahm sich vollends in den hin-terlafscucn Kleidern ihrer seligen Mutter, die ihr nichtpaßten und ganz aus der Mode gekommen waren, sehrungeschickt aus. Ihr Geist glänzte eben so wenig. Siewußte nur von Hühnern und Gänsen zu sprechen. Kamenandere Gegenstände auf die Bahn, so war ihre Rede: Ja,ja! Nein, nein! Was drüber war, schien ihr vom Uebel.
Dieses hölzerne Püppchen stach freilich gegen die lebhaf-ten, muthwilligen Nymphen, mit welchen der junge Drittebisher sein Leben hingetändclt hatte, gewaltig ab; dochdie unangenehme Empfindung dieses himmelweiten Unter-schiedes verbarg er sorgfältig in seinem Herzen. DesFräuleins Einfalt nannte seine Schmeichelei himmlischeUnschuld, und ihre strotzenden Bausbackcn verglich er mitvollen Rosen. Das Ende vom Liede war, daß er sich anden Vater wandte und feierlich um sie warb.
Der Oberste hatte auf seiner sechzigjährigcn Laufbahnso viel Menschenkenntniß eingesammelt, daß er, so schlausich auch der junge Herr verlarvte, dennoch den Glücks-jä'gcr, der bloß die ansehnliche Mitgift des Mädchens aufdem Korne hatte, durchblicken sah. Er war daher nicht
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