Die Fräulein würden schlecht dem Invaliden danke»,
Der nun nicht mehr ins Feld der Minne rücken kann, '
Weil Tod und Aerzte sich beständig um ihn zanken, —
Er gibt deßhalb de» guten Nath:
Oie Fräulein möchten doch bas Ritrerklceblatt wähle».
Das, wie Sie meldete», um ihre Liebe bat.
Dann würd' es Ihnen nie an Ehefreuden fehlen.
Der Stein der Hiubcruiß, daß sie ans Freundschaft gernBeisammen sind und sich nicht trenne» wollen,
Sey durch Vergleich hiuwegzurollen.
Wenn Ihnen seht die jungen HerrnMit Hand und Mund Versich'rung gäben,
Die Winterzeit des Jahrs vereint in Wien zu leben." —
„Ja, das versprechen wir!" riefen einmüthig die dreiLiebhaber, und Jeder bot seiner Schönen die Hand. DieFräulein verbargen sich hinter dem Fächer, dem gewöhn-lichen Schilde der Frauenzimmer, die sich in Verlegenheitbefinden. Ihre Händchen zuckten und zuckten. Diese Zie-rerei würde wahrscheinlich noch ein feines Weilchen gedauerthaben, wenn nicht Jhro Ercellenz, der türkische Minister,die Sache durch einen Machtstreich zum Ziele geförderthätte. Er ging hin, ergriff die einander bestimmten Händeund fügte sie ohne weitere Umstände zusammen.
Josephen paart' er zuletzt, und o Wunder! der Maho-medaner, der vorher einen Dollmctscher gebraucht hatte,sing jetzt auf einmal an, deutsch zu reden. „Glück undSegen, lieb Nichtchen!" rief er, warf Bart und Turbanab, und Josephcns leibhaftiger Oheim stand da. Ebenso schnell entlarvten sich der Dragoman und der Körb-chenträger. Beide waren alte Bekannte. Ein allgemeinesGelächter erschütterte den Saal. Nur die Fräulein stimm-ten etwas später mit ein, und mußten sich noch oft dar-über necken lassen, daß sie die Körbchen, welche sie aus-theilen wollten, selbst empfangen hatten.