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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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203
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Die Körbchen.

Aechte Freundschaft unter Damen soll, wie man sagt,«in unmögliches Ding seyn. Das haben alte philosophischeGraubärte behauptet und junge gelehrte Papageycn nach-geplaudert. Meiner Wenigkeit ist dieser harte Satz immerein Aergerniß gewesen, und ich freue mich um so mehr,daß ich ihn durch folgende wahre Geschichte widerlegenkann.

Drei junge Fräulein in Wien, die in dem Kloster derSalesianerinncn, oder sogenannten englischen Fräulein,zusammen erzogen wurden, liebten sich so zärtlich, daßman sie allgemein die Unzertrennlichen nannte. Sie hat-ten auch wirklich einen Bund gemacht, mit einander zuleben und zu sterben.

. Als sie aber in die heirathsfähigcn Jahre traten, wur-den sie von ihren Eltern aus dem Kloster zurückgcnom-men, und es fanden sich bald von Süden und Nordenstattliche Freier, die um sie warben. So angenehm der-gleichen Gäste sonst den Mädchen sind, so ungelegen ka-men sie den Unzertrennlichen, die auch noch jetzt ihre herz-liche Freundschaft fortsetzten, und wohl krank gewordenwären, wenn sie sich nicht jeden Tag wenigstens Ein Malgesehen und gesprochen hätten. Empfindungen der Liebe