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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
155
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dient, die ich als Stifter und Urheber meines Unglücksbetrachten muß? Wer, als Ihr, hat mich gegen meineUntcrthanen verhetzt? Wer, als Ihr, hat mich manchmalso arm geschmaußt, daß ich rauben und plündern mußte,damit ich nur Euch, Ihr Hunde, wieder satt füttern konnte?Doch die Hunde mögen cs mir verzeihen, daß ich Euchihren ehrlichen Namen gab? Sie sind, was Ihr nichtsepd, brav und treu! Halloh Sultan! Philar, Diane!huß, huß!"

Die Hunde sprangen auf, und die Schmarotzer ergrif-fen über Hals und Kopf das Hasenpanier, von den bellen-den Rüden und Wenzeln mit der Peitsche in der Handverfolgt. Es war eine förmliche Hetzjagd, und ohne Wi-derspruch der klügste Streich, den unser Ritter in seinemLeben gemacht hat.

Von nun an ward er ein düsterer, die ganze Welt ver-fluchender Menschenfeind, wie Timon von Athen. Hätteer Jemand mit einem Trunk Wasser vom Tode rettenkönnen, er hätte cs nicht gcthan. Doch enthielt er sich,trotz dieser schrecklichen Scelenstimmnng, aller grausamenThätlichkeiten gegen seine Diener und Untcrthanen. Erwußte, daß ihn der Landgraf beständig im Auge behielt;denn dieser wackere Fürst fuhr unermüdct fort, mehrerewiderspenstige Vasallen zu züchtigen, und trug, aus Bc-sorgniß ihrer Rache, Tag und Nacht ein eisernes Panzer-hemd, wcßhalb er Ludwig der Eiserne, oder der eiserneLandgraf genannt wurde.

Wenzel hatte nun, ohne Gutes oder Böses zu thun,sechs Jahre pflanzenartig verlebt, als plötzlich ein Gerücht,der Landgraf sep todt, durch Thüringen schallte. Da er-hob er sein Haupt, da funkelten seine Augen vor Freude.Die Todesnachricht bestätigte sich leider! bald, und nun