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ich mir ihn anmaßte, müßte ich die zürnende Erscheinungvon Homers beleidigtem Schatten fürchten.
Königin. Wortstreit, den sich die Gelehrten gar nichtabgewöhnen können. Aber Verse machen Sie doch?Graf. Diese Tändelei gestehe ich.
Königin. Nun, lieber Tändler, so geben Sie miretwas zum Besten!
Graf. Verzeihen Sie, Königin, noch nie ist mir einVers so geglückt, daß ich ihn für würdig achten könnte,von Ihnen angehört zu werden.
Königin. Die Bescheidenheit kennt man. Ihr Dich-ter macht es just wie ein junges Mädchen, das sich vonseinem Liebhaber herzlich gern küssen läßt, doch allemalerst das Schürzchen vorhält. Keine Ziererei weiter, HerrGraf!
Graf. Ich gehorche; mein Gcdächtniß bietet mir aberjust nichts dar, als eine lustige Schnurre, die ich neulichgehört und in Reime gebracht habe.
Königin. Recht gut; ich liebe Schwänke.
Graf. Damit kann ich aufwartcn. Der mcinige heißt:
Der Vergleich.
Herzgute Freund' und treue Nachbarn warenSebastian und Veit,
Und beide so gescheidt,
Mit jungen Weibchen sich zu paaren.
Bei freundlichen Besuchen her und linLiebäugelte Herr Veit stark mit der Nachbarin,
Und Bastcl lauerte, den Vogel zu erhaschen,
Oft an der Thüre Spalt;
Da sah er ihn denn baldVerbot'ne Früchte naschen.