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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
84
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sam unterdrücktem Lachen in ihre Fahrzeuge. Alles wartodt und stille. Der erste Laut, der sich nach Verflußeiner Stunde hören ließ, war die Stimme des Schlafs,der den berauschten Noah überwältigt hatte.

Dieser sonst widerliche Ton gab dem lauschenden Ma-gister ein längst erwartetes, angenehmes Signal, seineKajüte wieder zu verlassen. Er stieg auf leisen Sockendie bet ihm stehen gebliebene Treppenleiter herab undtrug sie unter den schwebenden Aufenthalt seiner Gelieb-ten, die auf diesem Wege zärtlich in seine Arme flog.

Das glückliche Paar hielt sich nun nicht länger unterdem Sparrwerkc des Hauses auf, sondern schlich in einKämmerlein des Erdstockö herab, um in dem dastehendenBette ein bequemeres Plätzchen zu Umarmungen zu finden.

Bis gegen Mitternacht pflegten sie ungestört der Liebe.

Doch schnell zerreißt der Küsse FadenDurch ein Geräusch am Fensterladen,

Und eine Stimme girrt herein:

Schön Weibchen, find' ich Dich allein?"

Frau (leise zuni Magister). Q Himmel! das ist derunausstehliche Advokat Blasius, der mir auf allen Trittenund Schritten nachgeht.

Magister. Der verdammte Kerl! Heißen Sie ihm,er soll sich packen.

Blasius (klopft wieder an den Laden):

Du holdes Täubchen,

Du süßes Weibchen,

Hörst Du mich nicht?

Frau (laut,. Ich habe nichts mit Ihnen abzuthun,Herr Advokat! Hüten Sie sich, daß Sie nicht von meinemManne, der bei mir schläft, gehört werden, sonst möchteIhnen diese nächtliche Störung nicht zum Besten bekommen.