Druckschrift 
12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

Daß Jhro Majestät nur alsdann nicht kommen, »nd mirIhr Hauskreuz klagen wollen!

Zimmermeister. Nein, nein.

Magister. Nun so gehen Sie und setzen unsereBarken in scgelfertigen Stand!

Der künftige Kaiser mit der Kr^f von Hobclspähnenlief jetzt zu seiner Gemahlin und crzähllc ihr, was sielange schon wußte, aber mit dem größten Erstaunen erstdiesen Augenblick zu hören schien. Sic machte tausendEinwendungen gegen die Seereise, entschloß sich erst aufdringendes Billen dazu, und versprach, für Schiffsproviantauf etliche Tage zu sorgen.

Er rüstete nun unter Bete» und Singen die Flotte aus,und zimmerte in dem Giebel seines Hauses, das in derVorstadt lag und nur ein Stockwerk hoch war, ein ge-räumiges Loch, wodurch sie auslaufen sollten. Der Magi-ster durfte nicht einen Augenblick von seiner Seite, umihm die Fliegen abzuwehren, die er noch immer für Gei-ster hielt. Sobald sich eins dieser unschuldigen Thierchenauf den oder jenen Theil seines Körpers nicderlicß, er-starrte er, wie von einem Zaubcrstabe berührt, und wardnicht eher wieder lebendig, bis der Magister den geflügel-ten Kobold verscheucht hatte.

Am Mittage des eilften Juni hing die Flotille segelser-tig am Anker. Jetzt schlug der pfiffige Fliegenvogt seinerReisegesellschaft vor, den verlornen Muth im Wcinglasewieder zu suchen. Der Alte wollte nicht daran, weil ercs für unschicklich hielt, diesen wichtigen Tag durch denBecher der Freude zu entheiligen. Der bibelfeste Theologhob aber seine Bedenklichkeit bald, indem er ihm vorstclltc:Da der Archenbauer, Vater Noah, dem er so ganz gleiche,de» ersten Weinstock gepflanzt habe, so scy cS ihm, Noah