-o-§> 5 5 <§-c>
Bärbel war gut. Bärbel war aber auch hübsch. Denjungen Herren zu Gefallen will ich sie doch ein wenigbeschreiben. Einige alte Herren, die ich kenne, werdenauch nicht böse darüber seyn.
Sie wtir erst achtzehn Sommer alt,
Schlank wie ein Bäumchen aufgeschossen,
Und ihre liebliche Gestalt
Mit Zauber der Narur umflossen;
Ihr Angesicht war apfelruud,
Schön rosig blühten Wang' und Mund;
Und wer fleißig in den SpiegelnDer blauen Augen sich besah,
Dem war das lose Kind mit Flügeln,
Daö drin sein Wesen hatte, nah.
Wohl gab'ö mehr wunderschöne SachenNoch an dem Mädchen ohne Zahl;
Doch eS verbietet die Moral,
Den Catalvg davon zu machen.
Bärbel war also gut und hübsch. Bärbel war aberauch klug. Das erfuhren einmal zwei Mönche. Ich weißdie Geschichte und will sie jetzt erzählen.
An einem schönen, stillen Sommcrabcnde saß Bärbel imKahn und guckte mit ihren blauen Augen links und rechts,ob noch Jemand Lust habe, sich von ihr über die Donaurudern zu lassen- Sie erblickte aber weiter keinen Men-schen, als
Zwei wohlgenährte Klosterbrüder,
Die wackelten am User auf und nieder.
„Ehrwürdige Herren!" rief sic ihnen zu: „Schonen Siedoch Ihre werthcn Füße! Wollen Sic sich nicht lieber einBischen von den Wellen schaukeln lassen? Die Bewegung