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lüge Frauen von kälterem Charakter mit Gleichgültigkeit oderphilosophischer Ergebung, und andere mit einer Neigung, dasBeste zu glauben und zu hoffen, ertragen, war der Lady Fo-rcster, einer einsam lebenden, empfindlichen, entmuthigtenund aller Seelcnstärke, sowohl der natürlichen als erworbenen,gänzlich entbehrenden Dame unerträglich.
Zweites Kapitel.
Als Lady Forester keine weitere Nachrichten von Sir Phi-lip auf direktem oder indirektem Wege erhielt, begann fie so-gar einen Trost in dem sorglosen Wesen zu suchen, welchesihr früher so häufige Pein verursacht hatte. „Er ist so gedan-kenlos, wiederholte fie tausendmal ihrer Schwester, daß erniemals an das Schreiben denkt, wenn seine Angelegenheiteneinen günstigen Verlauf haben; das ist so seine Art; wäreihm etwas zugestoßen, so würde er uns davon in Kenntnißgesetzt haben."
Lady Bothwell hörte auf ihre Schwester, ohne deren Trö-stung zu versuchen. Vielleicht glaubte sie, daß sogar dieschlimmste Kunde, welche aus Flandern'anlangen konnte, ei-nige Tröstung gewähren würde; die verwitlwete Lady Fo-rester, wenn es ihr Schicksal sei, so genannt zu werden, könneeine Quelle des Glückes erlangen, die fie als die Gemahlindes leichtfertigsten und schönsten Herrn in Schottland niemalsgekannt hatte. Diese Ueberzeugung wurde stärker, als mannach Erkundigungen im Hauptquartier erfuhr, Sir Philip be-