das jetzt dort gewöhnliche äußere Benehmen, daß folglichderjenige, welcher in Erwerbung dieses Vorzugs besonderesGlück gehabt hatte, dafür auch im Verhältniß Anspruch aufNachsicht und Vorrechte erhielt- Kein Stutzer dieser Tagekönnte eine so häßliche Geschichte wie die jener hübschenMüllcrstochtcr in Stllcrmills durchführen; ja es hätte sichsogar der General-Staatsanwalt beinahe eingcmischt. SirPhilip Forester litt aber dadurch ebensowenig Schaden, alsSteinplatten durch Hagelkörner, er wurde ebenso gut in derGesellschaft ausgenommen, als früher, und speiste beim Her-zog A— an demselben Tage, an welchem das arme Mädchenbegraben wurde. Sie starb an gebrochenem Herzen- Jndeßdas hat mit meiner Geschickte nichts zu schaffen.
Jetzt müßt ihr ein paar Worte über Verwandschaft an-hören; ich verspreche euch dabei, daß ich nicht weitläufig seinwerde. Damit ihr aber die Bewährtheit meiner Geschichtebegreift, müßt ihr wissen, daß Sir Philip Forester durch seinehübsche Gestalt, sein anmuthiges Benehmen und modischeSitten die jüngere Miß Falconer of Kings-Copland als Brautgewann. Die ältere Schwester dieser Dame hatte früher mei-nen Großvater, Sir Geoffroy Bothwell geheirathet und einhübsches Vermögen unserer Familie gebracht. Miß Jemimaoder Miß Jemmie Falconer, wie sie gewöhnlich genanntwurde, hatte ebenfalls 10,000 Pfd. — für die damaligen Zei-ten eine beträchtliche Mitgift.
Die beiden Schwestern waren sehr verschieden, obgleicheine jede im ledigen Stande ihre Bewunderer gehabt hatte.Lady Bothwell hatte etwas vom alten Blute der Kings-Äpland. Sie war kühn, wenn auch nicht bis zum Gradeder Verwegenheit, ehrgeizig und bestrebt, die Bedeutung ihresHauses und ihrer Familie zu erhöhen; meinem Großvater,