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25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
881
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spräche darauf, diejenigen zu beschreiben, welche dieselbe Stim-mung bei einem Manne ausdrücken."

Das letztere Zeichen, theure Tante, ich meine die Ver-meidung des Spiegels, scheint beim schönen Geschlechte seltenvorzukommen."

Ihr seid ein Neuling im Verfahren der Toilette, meintheurer Herr Vetter. Alle Weiber befragen den Spiegel mitAengstlichkeit, bevor sie sich in Gesellschaft begeben; kehren sienach Hause zurück, so hat der Spiegel für sie nicht mehr den-selben Reiz. Der Würfel ist alsdann geworfen die Ge-sellschaft ist für sie hinsichtlich des gewünschten Eindrucks ent-weder glücklich oder unglücklich ausgefallen. Ohne jedoch Euchtiefer in die Geheimnisse des Toilettentisches einzuweihen,kann ich Euch sagen, daß ich selbst, wie viele ehrliche andereLeute, nicht gern den leeren schwarzen Hintergrund eines großenSpiegels in einem dunkel erleuchteten Zimmer sehe, wo derWiderschein des Kerzenlichtes sich eher in der tiefen Dunkel-heit der Glasfläche zu verlieren, als in das Zimmer zurück-geworfen zu werden scheint. Der Raum des tintenschwarzenDunkels scheint ein Feld zu sein, worin die Phantasie sichihren Ausschweifungen überläßt. Sie kann uns andere Zügeals die unsrigen entgegen halten, oder eine unbekannte Ge-stalt blickt uns vielleicht über die Schulter, wie in dem Zau-bermärchen, welches uns in der Kindheit erzählt wurde.Kurz, befinde ich mich in der Laune des Geistersehens, solasse ich von meiner Kammerfrau die grünen Vorhänge überden Spiegel ziehen, bevor ich mich in das Zimmer begebe,damit dieselbe den ersten Schrecken von der Erscheinung hat,wenn eine solche wirklich zu erblicken ist. Um Euch jedoch dieWahrheit zu sagen, so beruht mein Widerwille zu gewissenZeiten und Orten in einen Spiegel zu sehen, ursprünglichDa« grfährl. Schloß l>. and. Erzähl. 56