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25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
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finde Ich ein Wesen, auf welches die Zeit wenig Eindruck ge-macht zu haben scheint, denn die Tante Margarete von heutesteht zu der Tante Margarete meiner Zugend in demselbenVerhältniß der Jahre, wie der zehnjährige Knabe zum sechs-undsünfzigjährigen Manne- Der alten Dame unveränderterAnzug hat ohne Zweifel Antheil an der Bestätigung derMeinung, daß die Zeit in Bezug auf Tante Margarete stillgestanden ist.

Das braune oder chokoladefarbene seidene Kleid mitSpitzen desselben Stoffes am Ellbogen, welche mit Spitzenans Mecheln durchzogen find die schwarzen seidenen Hand-schuhe oder Klapphandschuhe das weiße, über eine Rollezurückgekämmte Haar die Haube von fleckenlosem Battist,welche das ehrwürdige Antlitz- umschließt Alles das wareben so wenig i? 8 v wie 1826 in Mode; es war vielmehrder Tante Margarete eigenlhümliche Kleidungsweise. Dortfitzt fie noch wie vor dreißig Jahren mit dem Spinnrade oderdem Strickstrumpf des Winters ihre Arbeit am Kamine,des Sommers am Fenster; an einem ungewöhnlich schönenSonnabend wagt fie sich auch wohl unter das Portal hin-aus. Ihr Körper vollbringt noch wie ein gut gebauter Au-tomat die Verrichtungen, wozu er bestimmt schien; die Ma-schinerie macht ihre Runde mit einer allmälig sich minderndenThätigkeit, wobei jedoch keine Wahrscheinlichkeit sich ergibt,daß dieselbe bald zum Schluffe kömmt.

Die Sorgsamkeit und das liebevolle Wesen, jvelcheS dieTante Margaret zur freiwilligen Sklavin von allen Plagender Kinderstube machte, hat jetzt die Gesundheit und Behag-lichkeit eines alten schwachen Mannes zum Zwecke; es ist dereinzige noch übrige Verwandte ihrer Familie und der einzige,welcher noch an den von ihr bewahrten Erzählungen Interesse