Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
830
Einzelbild herunterladen
 

830

den Fuß eines jener gefährlichen Pässe erreichte, durch welchedie Straße nach Seringapatam führte. Ein enger Pfad,welcher im Sommer einem leeren Strombett glich, wand sichaufwärts unter ungeheuren Felsen und Abgründen; er warbisweilen vollkommen von den dunkeln Gruppen der Tiek-bäume überschattet »nd nahm bisweilen seine Richtung nebenundurchdringlichen Dschungeln, den Wohnungen der Schakalsund Tiger-

Auf diesem ungeselligen Pfade zogen die Reisenden schwei-gend, Einer hinter dem Andern her; Hartley, dessen Unge-duld ihn vor dem Wakicl reiten ließ, erkundigte sich eifrig,wann der Mond die Dunkelheit erleuchten würde, welche nachder Vcrschwindnng der Sonne die Reisenden schnell um-hüllte. Die Eingebornen gaben ihm nach ihrer gewöhnlichenAnsdrncksweise zur Antwort, der Mond sei in seiner dunklenSeite und er dürfe nicht hoffen, daß er ihn durch die Wolkendringen sehe, nm das Dickicht und die Schichten schwarzenund schiefrigen Gesteines zu erleuchten, unter denen ihr Pfadsich hinwand- Hartley blieb somit nichts weiteres übrig, alssein Auge fest auf die angezündetc Lunte des Sauars oderReiters zu heften, der vor ihm ritt und die Lunte aus ge-nügendem Grunde stets in Bereitschaft hielt, um sie auf dasZündkraut des Fcnerschloffes zu halten. Der Reiter seiner-seits hatte ein wachsames Auge auf den Daurah, einen imletzten Dorf gelieferten Führer, welcher, mehr als die Hälftedes Weges von seinem Hanse entfernt, beargwöhnt wurde,daß er durch die Flucht sich der Mühe weiter zu reiten, ent-ziehen wolle *). Der Daurah war seinerseits der angezün-

In jedem Dorf ist der Daurah oder Führer ein Beamter underhält als Lohn einen Theil der Erndte, oder eine andere Besoldung, ne-