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sehr schönes Weib erkannte, obgleich ihre Seele von der tief-sten Regung erfüllt zu sein schien.
„Zilia!" sagte ihr Gemahl, „Ihr seid unfähig für dasje-nige, was Ihr übernommen habt — hört auf meinen Rath,entfernt Euch, — Ihr sollt alles erfahren, was vorkommt,aber entfernt Euch. Weßhalb haltet Ihr so hartnäckig andem eitlen Wunsch, einen Augenblick lang ein Wesen zusehen, welches Ihr doch niemals wieder sehen könnt?"
„Ach!" erwiderte die Dame, „ist nicht Eure Erklärung,daß ich ihn niemals wieder sehen werde, ein genügenderGrund für meinen Wunsch, ihn jetzt zu sehen? — Darf ichden Wunsch nicht hegen, meinem Gedächtniß die Züge unddie Gestalt einzuprägen, die ich niemals Wiedersehen werde,so lange wir leben? Thenrcr Richard, sei nicht grausamerals mein armer Vater, sogar als sein Grimm in höchster Bit-terkeit war. Er ließ mich mein Kind erblicken; sein Cherub-Antlitz weilte in meinem Gedächtniß und war mein Trost inden Jahren unaussprechlichen Kummers, der meine Jugendverzehrte."
„Genug, Zilia, — Ihr habt es von mir erbeten — ich habees gewährt — und was auch erfolgen mag, mein Verspre-chen soll gehalten werden. Bedenkt jedoch, wie viel von die-sem verhängnißvollen Geheimniß abhängt — Euer Rang undEure Achtung in der Gesellschaft — meine Ehre, die dabeibetheiligt ist, daß diese Achtung unverletzt bleibt. Zilia, derAugenblick der Bekanntmachung eines solchen Geheimnissesgibt alten Jungfern und Klatschweibern ein Recht, Euch mitHohn zu behandeln; unaussprechliches Elend und Blutver-gießen ist die Folge, im Fall ein Mann das Gerücht aufgrei-fen sollte."
„Ich werde Euch gehorchen, mein Gemahl," erwiderte