Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
616
Einzelbild herunterladen
 

mich aber um meine Meinung fragt, so wünsche ich, Ihr hät-tet an einen Stoff gedacht, der mehr dem bürgerlichen Lebenangehört als alle Eure blutige Arbeit mit Erschießen undErdolchen und sogar mit Hängen. Man hat mir gesagt, daßdie Deutschen zuerst ein Verfahren in Mode brachten, nachwelchem sie ihre Helden aus der Liste Hingerichteter Verbre-cher -erausgreisen; jrtzt aber sind mir wahrlich auf dem bestenWege, es ihnen zuvor zu thun. Der erste, wie ich aus glaub-würdiger Quelle erfuhr, war ein Herr Schüler, wie man ihnnennt; ein schülerhaftes Stück hat er geschrieben von Räu-bern und Dieben."

»Schiller," sagte ich,mein theurer Herr; Ihr werdetSchiller meinen."

Schiller oder wie Ihr wollt," erwiderte Herr Fairscribe;ich fand das Buch an einem Ort, wo ich wünschte, daß ichein besseres gefunden hätte, d. h. in Cate's Arbeitökorbchen.Ich nahm es in die Hand und begann wie ein alter Narr zulesen; in dieser Hinsicht kann ich Euch aber versichern, daßIhr Schiller übertroffen habt, Herr Crofiangry."

Es wäre mir lieb, mein theurer Herr, wenn Ihr wirk-lich der Meinung wäret, ich habe mich jenem bewun-derungswürdigen Schriftsteller genähert; sogar Eure freund-schaftliche Parteilichkeit sollte Euch nicht bewegen, mir zu sa-gen, daß ich ihn übertroffen habe."

Ich sage jedoch, daß Ihr ihn übertroffen habt, HerrCroftangry, und zwar in einem höchst wesentlichen Umstand.Ein Unterhaltungsbuch muß sicherlich solcher Art sein, daß manes nach Belieben in die Hand nehmen und weglegen kann;auch kann ich mit Recht sagen, daß ich niemals mich im Ge-ringsten zu bedenken brauchte, Eure Erzählungen bei et-waigen Geschäften bei Seite zu legen. Allein wahrhaftig,